Im CHEMPARK ist Kälte ein gefragtes Produkt

Cool bleiben

Guido Jarsetz kontrolliert einen komplett vereisten Turboverdichter in der Kältezentrale.


Zischende Dampfventile, Qualm aus Schornsteinen, riesige Verbrennungsöfen – Klischees die auftauchen, wenn man an einen Chemiepark denkt. Nicht weniger wichtig, aber kaum im Bewusstsein - Kälte. Temperaturen jenseits der 0° Celsius sind gefragt im CHEMPARK. So werden Produktionsprozesse, Serverfarmen oder Büroräume gekühlt.

Als Betriebsleiter Kälteprojekte beim CHEMPARK-Manager und -Betreiber CURRENTA sorgt Holger Gedanitz in Leverkusen und Dormagen dafür, dass Produktionsprozesse und Server der einzelnen Betriebe im CHEMPARK nicht heiß laufen. Und, dass die Mitarbeiter und Führungskräfte auch im Hochsommer dank klimatisierter Büros cool bleiben. Um dies zu gewährleisten, ist ein weit verzweigtes Verteilsystem nötig, das die Kälte bzw. das Kältemittel, zu den einzelnen Betrieben bringt. "Der Kältekreislauf im CHEMPARK Leverkusen ist etwa 40 Kilometer lang", verdeutlicht Gedanitz die Dimensionen. Doch durch die Röhren fließt nicht etwa kalte Luft. Es ist ein Kältemittel. Genauer: NH3, besser bekannt als Ammoniak.

Verdichten, verflüssigen, verdampfen

Auf dem Dach vom Gebäude G 21 in Leverkusen wird Wärme an die Umgebung abgeführt.

Der gasförmige Stoff wird in drei Kältezentralen mit insgesamt sieben Verdichtern 'zusammengepresst'. So stark, dass er bei Umgebungstemperaturen verflüssigt werden kann. Das flüssige Kältemittel wird nun durch das Rohrleitungsnetz zu den einzelnen Betrieben gepumpt. Dort wird der Druck des Kältemittels in sogenannten Verdampfern reduziert und es geht unter Wärmeaufnahme in den gasförmigen Zustand über. Etwa 120 Verdampfer sind in den verschiedenen Betrieben des CHEMPARK installiert. Der Vorgang des Verdampfens entzieht der Umgebung sehr viel Wärmeenergie. So können Flüssigkeiten oder Luft am Standort Leverkusen auf bis zu -45° Celsius heruntergekühlt werden. Das gasförmige Ammoniak wird anschließend zurück zu den Verdichtern der Kältezentrale gepumpt, wo es erneut in einen flüssigen Zustand 'gepresst' wird.

Wie in der Eishalle

Der Vorteil der CHEMPARK-Kälteanlage liegt im verhältnismäßig einfachen und sicheren Prozess. "Es finden keine hochkomplexen chemischen Umwandlungen oder Reaktionen statt", erklärt Gedanitz. "Der Kompressionskälteprozess ist ein rein physikalischer Kreisprozess. Ein Vorgang, der ganz ähnlich zum Beispiel in Eishallen eingesetzt wird."

Selbst wenn keine Eisbahn im CHEMPARK geplant ist – auch zukünftig werden Gedanitz und sein Team für coole Köpfe, coole Büros und coole Produktionsprozesse sorgen.

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