Covestro – ein neues altes Unternehmen im CHEMPARK

Bunt statt blau-grün

Bei den Feierlichkeiten zum Covestro-Start bildeten die Beschäftigten im CHEMPARK Leverkusen mit hunderten weißen und kunterbunten Regenschirmen das Covestro-Logo nach.


Seit Kurzem leuchten in den CHEMPARK-Standorten an verschiedenen Ecken neue, farbenfrohe Logos. Sie gehören dem Unternehmen Covestro. Unter diesem Namen firmiert Bayer MaterialScience seit dem 1. September. Ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg in die Unabhängigkeit vom bisherigen Mutterunternehmen Bayer – und ein besonderes Ereignis im CHEMPARK.


Das erlebt der CHEMPARK nicht alle Tage: Mit einem großen Fest wurde Anfang September die "Neugeburt"eines Unternehmens gefeiert. Bayer MaterialScience startete unter dem neuen Namen Covestro offiziell in die Eigenständigkeit. Rund 4.000 Mitarbeiter von allen deutschen Standorten des Unternehmens – darunter Dormagen und Krefeld-Uerdingen – waren zur Geburtstagsfeier nach Leverkusen gekommen. Zum Höhepunkt bildeten die Beschäftigten auf dem Rasen des Carl-Duisberg-Parks mit hunderten weißen und kunterbunten Regenschirmen das Covestro-Logo nach – einen bunten Kreis mit weißem Schriftzug in der Mitte.

Neues Logo, neuer Name: Die ehemalige Bayer MaterialScience startet als Covestro durch.

2014 hatte sich die Bayer AG – Markenfarben: blau-grün – dazu entschieden, die Kunststoffsparte des Konzerns als eigenständiges Unternehmen auszugliedern, um sich verstärkt auf die Geschäfte im Pharma- und Landwirtschafts-Bereich zu konzentrieren. So wurde aus Bayer MaterialScience nun Covestro. Der Kunstname steht für die Zusammenarbeit mit Partnern (collaboration), Investitionen in große und moderne Anlagen und für die Stärke des neuen Unternehmens (strong). Und er steht für die Begriffe curious, courageous, colourful – zu Deutsch: neugierig, mutig, bunt.

Der Anspruch des neuen alten CHEMPARK-Bewohners ist es, die Welt ein Stück weit lebenswerter zu machen. "Diese Vision erfüllen wir, indem wir Innovationsanstöße geben und Wachstum vorantreiben – durch profitable Technologien und Produkte, die der Gesellschaft zugutekommen und Umweltbelastungen verringern", so der Covestro-Vorstandsvorsitzende Patrick Thomas.

Covestro-Herz schlägt im CHEMPARK

Der Neustart steht stellvertretend für den stetigen Wandel im CHEMPARK: neue Unternehmen siedeln sich an, andere verändern ihre Geschäftsmodelle. "Im CHEMPARK gibt es keinen Stillstand. Die Dynamik an den Märkten spiegelt sich auch bei uns wider", bringt es CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat auf den Punkt. Auch wenn Covestro ein globales Unternehmen ist: Sein Herz schlägt im CHEMPARK.

Spektakuläre Werbeaktion: Seit dem 11. September ist ein großer Heißluftballon in den bunten Covestro-Firmenfarben regelmäßig am Himmel über dem Stammland Nordrhein-Westfalen zu sehen.

In Leverkusen liegt die Zentrale, hier arbeiten über 3.000 Mitarbeiter – verwalten, forschen, produzieren. In Dormagen sind 1.300 Beschäftigte tätig, vor allem in der Herstellung des Rohstoffs Toluylen-Diisocyanat (TDI) aber auch vielen anderen Produkten. Krefeld-Uerdingen ist mit seinen rund 900 Mitarbeitern der weltweit größte Produktionsstandort für den Hightech-Kunststoff Makrolon, der unter anderem in CDs zum Einsatz kommt.

Covestro in Leverkusen

Vor rund acht Jahrzehnten entdeckte der Chemiker Otto Bayer (nicht verwandt mit dem Firmengründer) in Leverkusen Polyurethan. Der Kunststoff ist heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. In Form von weichem Schaumstoff dient er zur Herstellung von Matratzen, Polstermöbeln und Autositzen, als Hartschaum wird er zur Dämmung von Häusern und Kühlgeräten verwendet.

Auf dem Material basieren außerdem Rohstoffe für Lacke sowie Kleb- und Dichtstoffe, die ebenfalls in zahlreichen Industrien wie der Autobranche und dem Bausektor benötigt werden. Die Fertigung der entsprechenden Vorprodukte bildet einen Schwerpunkt der Covestro-Produktion in Leverkusen. Außerdem werden hier Basis-Chemikalien wie Chlor, Natronlauge und Wasserstoff hergestellt. Chlor dient für etwa 80 Prozent aller Produkte des Unternehmens als Ausgangsstoff.

Covestro in Dormagen

Auf einer Fläche von 24 Hektar gehen die Covestro-Mitarbeiter in Dormagen ihren Aufgaben in Produktion, Forschung und Entwicklung nach. Ein Schwerpunkt ist die Herstellung des Rohstoffs Toluylen-Diisocyanat (TDI), der für Polyurethan-Weichschaum benötigt wird. Die hochmoderne TDI-Großanlage hat eine Produktionskapazität von 300.000 Tonnen pro Jahr. Polyurethan ist heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. In Form von weichem Schaumstoff dient er zur Herstellung von Matratzen, Polstermöbeln und Autositzen.

Polyurethan-Dispersionen werden zudem für Anwendungen im Kosmetikbereich verwendet, zum Beispiel in Haut- und Haarpflegeprodukten. Daneben produziert Covestro in Dormagen auch superdünne Folien aus Polycarbonat. Sie werden unter anderem für fälschungssichere Ausweise und Führerscheine gebraucht.

Covestro in Krefeld-Uerdingen

Die Geschichte des Standorts geht zurück bis ins Jahr 1877. Damals gründete Edmund ter Meer ein kleines Chemieunternehmen zur Herstellung synthetischer Farbstoffe. Mit dem neuen Verfahren konnte die in Krefeld ansässige Seidenindustrie farbige Stoffe zu niedrigen Kosten herstellen.

1951 wurde der Standort in die "Farbenfabrik Bayer AG" integriert. Nur zwei Jahre später, 1953, entdeckte der Chemiker Hermann Schnell hier das Polycarbonat Makrolon, dessen industrielle Herstellung 1958 begann – und auch heute noch in großem Maßstab betrieben wird. Daneben produziert Covestro auf dem 18,5 Hektar großen Werksgelände in Uerdingen auch MDI, ein Vorprodukt für Polyurethan-Hartschaumstoff, mit

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