Fragen und Antworten zum Rohrleitungstunnel

Allgemeines zum Düker und dem Rohrleitungsbündel Dormagen und Leverkusen

Welche Bedeutung hat der Düker?

Eine wesentliche Stärke der CHEMPARK-Standorte ist der Verbund. Durch den Düker unterhalb des Rheins wird der Standort Leverkusen mit wichtigen Energien und Rohstoffen versorgt, die für die Produktion grundlegend sind. So ermöglicht die jetzige Rheinunterquerung eine Verbindung der Chempark-Standorte Leverkusen und Dormagen. Zum anderen wird Leverkusen durch diesen Düker mit den linksrheinischen Fernleitungsnetzen verbunden.

Wo verlaufen die Rohrleitungen?

Die Versorgungsleitungen zwischen Dormagen und Leverkusen verlaufen vom CHEMPARK Dormagen aus im Rheinvorland und sind dort durch gelbe Trassenpfähle gekennzeichnet. In Köln-Merkenich unterqueren die Rohrleitungen den Rhein auf Höhe des nördlichen Endes des CHEMPARK Leverkusen, wo sie an das vorhandene Rohrleitungsnetz angeschlossen sind.

Welche Stoffe führen durch den Düker?

Das Rohrleitungsbündel unter dem Rhein beinhaltet insgesamt zehn Leitungen. Neben Kohlenmonoxid werden Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Ethylen und Erdgas durch diese Rohrleitungen transportiert. Darüber hinaus ist ein Datenkabel durch eine Rohrleitung verlegt. Betreiber dieser Rohrleitungen sind CURRENTA, Covestro und Bayer Business Services (Datenleitung).

Können die Rohrleitungen nach 50 Jahren noch sicher sein?

Ja. Die Leitungen werden ständig überwacht und regelmäßig kontrolliert. Dazu gehören auch regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen. Auf Basis von Überwachungs- und Inspektionsdaten werden Fehlstellen bewertet und mögliche Instandhaltungsarbeiten abgeleitet, von der Ausbesserung der Isolierung bis hin zum Austausch von Teilstücken. Auch deshalb kam es bisher nicht zu Störungen.

Wurde die Rohrleitungstrasse auf Erdbebensicherheit überprüft?

Untersuchungen auf Erdbebensicherheit waren in den 1960er-Jahre noch nicht üblich. Im Rahmen des Düker-Neubaus wird im gesamten Pipeline-Verlauf eine Überprüfung der Erdbebensicherheit stattfinden. Fakt ist aber, dass die Rohrleitungen in den fast 50 Jahren auch aufgetretene Erdbeben ohne Schäden überstanden haben.

Wurde die Rohrleitungstrasse auf Kampfmittelfreiheit überprüft?

Als die Versorgungsleitung Ende der 60er-Jahre gebaut wurde, waren Untersuchungen auf Kampfmittelfreiheit noch nicht üblich. Im Rahmen des Düker-Neubaus wird im geplanten Düker-Baubereich, im Bereich der Baugruben für den Start- und Zielschacht sowie im Bereich der Anbindung der neuen Leitungen an die bestehende Trasse auch eine Untersuchung auf Kampfmittelfreiheit erfolgen.

Werden die Rohre auf Leckagen kontrolliert?

Ja, obwohl Leckagen ohne Fremdeingriff extrem unwahrscheinlich sind. Für den Fall einer Leckage gibt es ein Leckageüberwachungssystem für die einzelnen Leitungen entlang der gesamten Trasse (Massenbilanzverfahren).

5 der 10 Leitungen im Düker wurden im Frühjahr 2014 gemolcht – warum nicht alle?

Bei einer der Leitungen (Stickstoff) liegt eine aktuelle Molchung von Herbst 2013 bereits vor, für zwei Leitungen (Erdgas, Ethylen) ist im Rahmen turnusmäßiger Wartungsstillstände die Molchung für September 2014 geplant, und bei den verbleibenden beiden Leitungen ist keine Molchung möglich bzw. erforderlich. Damit liegen bis Ende diesen Jahres aktuelle Molchungen für alle möglichen Leitungen vor.

Wurde die jetzt stillgelegte Wasserstoffleitung regulär überprüft? War es Zufall, dass die Werte jetzt herauskamen?

Die Prüfung erfolgte ganz regulär im Rahmen des zweijährigen Rhythmus der Molchungen, wie vom TÜV seit Abschalten des KKS im Düker vorgegeben.

Was passiert im Ereignisfall?

Für das Rohrleitungsbündel gibt es einen umfangreichen Alarm- und Gefahrenabwehrplan, der detailliert Alarmierungswege und Hilfeszenarien beschreibt, so dass im Ereignisfall kurzfristig Sicherungs- und Rettungsmaßnahmen greifen können.

Neubau des Rohrleitungstunnels

Aus welchem Grund erfolgt der Neubau?

Der Ersatz erfolgt aus zwei Gründen: Zum einem lässt sich der jetzige Düker nicht erweitern. Für das vom Energieversorger Repower geplante Gas- und Dampf-Kraftwerk im CHEMPARK Leverkusen ist jedoch eine neue Anbindung an das linksrheinische Erdgasnetz nötig. Zum anderen hat das Düker-Bauwerk durch seine Konstruktion Nachteile hinsichtlich der Instandhaltung.

Kann der alte Düker nicht erweitert werden?

Nein. Eine Erweiterung ist nicht möglich, weil das Schutzrohr des jetzigen Dükers komplett mit Rohrleitungen gefüllt ist. Die einzelnen Rohre innerhalb des Dükers sind mit Abstandshaltern voneinander getrennt. Direkt nach Errichtung des Dükers im Jahre 1967 wurden die verbleibenden Hohlräume zwischen den Rohrleitungen aus Gründen der Auftriebssicherheit zwischen den Rohrleitungen mit Sand ausgefüllt.

Welche Probleme bei der Instandhaltung hat der jetzige Düker?

Die Rheinunterquerung ist für eine Instandhaltung schlicht nicht zugänglich. Deshalb lassen sich die seit Inbetriebnahme vermehrt aufgetretenen Probleme mit dem Kathodischen Korrosionsschutz (KKS) nicht dauerhaft beheben. Auf Empfehlung des TÜV Rheinland wurde der KKS im Dükerbereich Anfang 2013 aus technischen Gründen schließlich abgestellt. Außerhalb des Dükers ist der KKS in Funktion und wirksam.

Als Ersatz für den abgeschalteten KKS wurden zusätzliche Inspektionen ("Intelligente Molchung") für alle Rohrleitungen festgelegt. Bei diesem Verfahren werden die Rohrwandstärken mit einem hochsensiblen Messgerät ermittelt – und daraus die jeweilige Mindest-Lebensdauer der Leitungen sowie künftige Prüftermine und mögliche Instandhaltungsmaßnahmen abgeleitet. Hierzu gehören beispielsweise Ausbesserungen der Isolierung bis hin zum der Austausch von Teilstücken.

Wie große ist der Eingriff in die Natur?

Der Eingriff in die Natur wird durch ein Vortriebsverfahren in allen Belangen auf ein Minimum reduziert. Das erprobt sichere Verfahren schont die Umwelt und die Natur. Hinzu kommt die Verpflichtung, den Ursprungszustand in dem von den Bauarbeiten betroffenen Gelände wiederherzustellen. Durch die sehr begrenzte Bauzeit (ab Herbst bis Ende der hochwasserfreien Zeit im Rheinvorland) ist die zeitliche Dauer der Baumaßnahmen ebenfalls stark reduziert. So werden beispielsweise auch die Brutzeiten von Vögeln im Frühjahr berücksichtigt.

Hinzu kommt der geringe Flächenbedarf: Die linksrheinische Zielgrube wird einen Flächenbedarf von etwa 150m2 aufweisen, entsprechend der Größenordnung eines Reihenhauses.

Was beinhaltet der Genehmigungsantrag? Beinhaltet er auch die CO-Leitung?

Bei den Unterlagen, die Anfang September eingereicht wurden, handelt es sich um die technischen Dokumente und Beschreibungen für das Bauvorhaben "Rohrleitungstunnel", eine Betonröhre, durch die später die Rohrleitungen verlaufen werden. Dazu gehört auch der Start- und Zielschacht auf beiden Seiten des Rheins. Die Genehmigungsunterlagen liegen den verschiedenen zuständigen Behörden zur Prüfung vor.

Die Genehmigungen für die Verlegung der Rohrleitungen in den neuen Düker werden separat vom Düker-Bauwerk behandelt. Das gilt auch für die CO-Leitung, die im Rahmen eines sog. Plangenehmigungsverfahrens beantragt wird. Die erforderlichen Antragsunterlagen werden derzeit zusammengestellt und sollen im Herbst 2014 eingereicht werden.

Wie kann man sich den Tunnel vorstellen?

Der 470 m lange Versorgungstunnel wird einen Außenquerschnitt von gut drei Metern haben, innen von 2,40 m. Die Betonröhre wird rund 9 m tief unterhalb der Rheinsohle verlaufen. Für Wartungszwecke ist der Tunnel auf ganzer Länge begehbar. Der Bau erfolgt mit einem Rohrvortriebsverfahren, bei dem vom CHEMPARK-Gelände in Leverkusen aus ein Tunnel unter dem Rhein bis zur anderen Rheinseite gebohrt wird. Auf diese Weise wird das linksrheinische Naturschutzgebiet bestmöglich geschont.

Wann beginnen die Bauarbeiten?

Sobald die behördliche Genehmigung erteilt ist, können wir mit dem Bau kurzfristig beginnen. In Abhängigkeit von Hochwasser und unter Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes, wie etwa der Vogel-Brutzeiten, gehen wir von einer Gesamt-Bauzeit von rund 18 Monaten aus.

CO-Rohrleitung zwischen Dormagen und Leverkusen

Wer ist der Betreiber der CO-Pipeline?

Betreiber der Kohlenmonoxid Pipeline ist Covestro.

Gibt es eine Betriebsgenehmigung für die CO-Pipeline?

Im Juni 2000 informierte Bayer die Bezirksregierung Köln über das Vorhaben, die bisher für CO2 genutzte Leitung zukünftig für den Transport von CO zu nutzen. Eine ergänzende Sachverständigen-Bewertung des TÜV Rheinland wurde der Behörde im Oktober 2000 zugeleitet. Nach Gesetzeslage gilt eine Änderungsanzeige als genehmigt, wenn nicht innerhalb von 8 Wochen nach Anzeige eine gegenteilige Reaktion der Behörde erfolgt. Damit war die Umbelegung ab Mitte Dezember genehmigt. Für die CO-Leitung liegt eine gültige fortlaufende Betriebsgenehmigung vor. Seit 2002 wird die Leitung sicher betrieben.

Wo verläuft die CO-Rohrleitung?

Die CO-Leitung zwischen Dormagen und Leverkusen verläuft von Dormagen aus im Rheinvorland bis nach Köln-Merkenich. Von dort unterquert sie mit den anderen Rohrleitungen den Rhein auf Höhe des nördlichen Endes des CHEMPARK Leverkusen, wo sie an das vorhandene Rohrleitungsnetz angeschlossen ist.

Wie ist die CO-Leitung vor Schäden geschützt?

Zum Schutz vor externen Einflüssen (z.B. Baggerschaufel) ist der gesamte Verlauf entlang des Rheinufers als Schutzstreifen (gelbe Verlaufsschilder) klar gekennzeichnet, in einem ca. 10 m breiten Bereich gibt es keinen Bewuchs. Mitarbeiter nehmen den gesamten begehbaren Teil der Trasse alle zwei Wochen in Augenschein, alle vier Wochen erfolgt eine Begehung mit einem Gasspürgerät. Weitere Sicherheitsmaßnahmen sind die Leckageüberwachung, Maßnahmen zum Korrosionsschutz, Wasserdruckprüfungen und regelmäßige exakte Analysen der Rohrwand, sog. "intelligente Molchungen", des Rohres auf gesamter Länge. Anhand der Daten können evtl. Fehlstellen bewertet werden. Im Rahmen der Instandhaltungsarbeiten wird dann z. B. die Isolierung wiederhergestellt oder auch ein Teilstück ausgetauscht.

Gab es Leckagen bei der CO-Rohrleitung?

Die CO-Leitung Leverkusen wird seit Inbetriebnahme 2002 sicher genutzt und sie wird ständig überprüft. Seit Inbetriebnahme der Leitung hat es keine Störungen oder Auffälligkeiten an der CO-Leitung gegeben.

Wie lautet das Messergebnis der CO-Leitung in Bezug auf den Korrosionsfortschritt im Vergleich zur letzten Molchung? Sind die Roststellen entsprechend der Erwartungen/Prognosen vom TÜV vorangeschritten oder mehr als erwartet?

Das wichtigste Ergebnis ist: Die Leitung ist auch nach den aktuellen Messdaten sicher. Es gibt Korrosionsstellen innerhalb des Dükers, aber diese fehlerhaften Stellen beeinträchtigen nicht die Betriebssicherheit. Wir haben mit der modernsten verfügbaren Methode gemessen, und haben jetzt erheblich mehr Daten zur Verfügung und noch genauere Molchergebnisse als bisher. Auf Empfehlung des TÜV werden wir in spätestens 2 Jahren erneut molchen.


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