Im CHEMPARK kommen Gewichte auf die Waage – und Waagen unter die Lupe

Mit Pinzette und Vorschlaghammer

Ein TECTRION-Mitarbeiter überprüft ein sehr leichtes Gewicht mit einer Präzisionswaage.


Backen ist Präzisionsarbeit: Nur wenige Gramm einer Zutat zu viel und das schönste Kuchenrezept ist ruiniert. Eine genaue Waage ist deshalb unabdingbar. Gleiches gilt im CHEMPARK. Nur dass die Waagen hier in den Tonnen- und Mikrogrammbereich gehen. Damit sie exakt funktionieren, werden die Instrumente regelmäßig aufwendig geprüft.

Der Lkw-Hof an der Friedrich-Ebert-Straße: Jeder Brummi, der hier in den CHEMPARK Leverkusen will, fährt zunächst auf eine Waage. Auf dem Rückweg das gleiche Spiel. Das Gerät muss jeden Tag Tausende von Tonnen über sich ergehen lassen. Nur einen Steinwurf entfernt hinter dem Werkzaun stehen die Gegenstücke zu diesem Kraftpaket: äußerst filigrane Waagen. Damit werden auch Gewichte kalibriert – also geprüft, ob sie tatsächlich so viel wiegen wie angegeben. Nur, dass diese Gewichte nicht Tonnen, sondern manchmal auch nur ein Milligramm wiegen.

Ob Schwerlast-Waage oder "Leichtgewicht": Experten rund ums Wiegen sind die Mitarbeiter von TECTRION. Das Unternehmen bietet vor allem Instandhaltungslösungen – Kunden aus dem CHEMPARK und von außerhalb lassen hier aber auch ihre Waagen und Gewichte kalibrieren und instand setzen. Bei Waagen werden die unterschiedlichsten Formate untersucht und repariert – von der Lkw-Waage, die entsprechend robust gebaut ist, bis zur feinen Laborwaage. "Da arbeiten wir manchmal mit dem Vorschlaghammer und das andere Mal mit der Pinzette", erläutert Ralf Harder, Teamleiter Industrie- und Laborwaagen bei TECTRION.

Gefahr des Gewichtsverlusts

Handschuh und Pinzette verhindern, dass der Fettfilm der menschlichen Haut das Ergebnis beeinflusst.

Auch bei den Gewichten ist die Spannbreite denkbar groß: von mehreren hundert Kilogramm bis zu wenigen Milligramm. Warum die Gewichte regelmäßig kontrolliert werden müssen? Harders Kollege René Bleich, Leiter des Kalibrierlabors, zeigt in der TECTRION-Werkstatt auf einen kompakten 500 Kilogramm schweren Stahlkörper: "So ein Gewicht wird beim Kunden regelmäßig von A nach B transportiert. Dabei entstehen kleinste Macken und Abbrüche. So gehen pro Jahr auch schon einmal einige Gramm verloren – das darf natürlich nicht einfach ignoriert werden." Der Grund: "Für unsere Kunden nutzen wir die Gewichte, um ihre Waagen zu justieren. Stimmt da was nicht, könnte das Folgen für den kompletten Produktionsprozess haben, zum Beispiel, wenn in einer Tablette zu viel oder zu wenig von einem Wirkstoff enthalten wäre."

Folgenreiche Erdbeben

Wie exakt TECTRION arbeitet, zeigt ein Blick in den Raum, in dem die Kleinstgewichte kalibriert werden: Alle Arbeitstische sind aus massivem Stein und stehen auf Dämpfungsunterlagen. "Jede noch so kleine Erschütterung würde das Messergebnis verfälschen. Doch der Stein gibt Vibrationen nicht weiter, sie werden schon vorher absorbiert", erklärt Harder. Mit Erschütterung meint er nicht nur Lkw, die vor dem Gebäude entlang fahren. "Ein schwereres Erdbeben auf einem anderen Kontinent könnte ebenfalls unsere Zahlen beeinflussen – so wie wir es in der Vergangenheit schon mit unseren hoch genauen Waagen beobachtet haben." Bei der Temperatur gilt ebenso Präzision: Eine Klimaanlage sorgt für konstante Gradzahlen. "Die Gewichte fassen wir zudem nur mit Pinzette oder Handschuhen an", so Bleich. "Bereits der Fettfilm der Haut hätte auf den Gewichten negative Auswirkungen." Da ist das Backen zuhause dann doch viel entspannter.

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