MIKROSKOPE FÜR PERU

EHEMALIGER CHEMPARK-LEITER ENGAGIERT SICH FÜR BILDUNG

Der herzliche Empfang im Indio-Dorf Huilloc rührte Walter Leidinger und Norbert Grimbach (v. l.) sichtlich.
Der herzliche Empfang im Indio-Dorf Huilloc rührte Walter Leidinger und Norbert Grimbach (v. l.) sichtlich.

Auch im Ruhestand engagiert sich der ehemalige CHEMPARK- Leiter Dr. Walter Leidinger weiterhin für soziale Projekte. Gemeinsam mit dem pensionierten Realschullehrer Norbert Grimbach hat er nun ein Lernlabor in den peruanischen Anden errichtet.

Noch ein prüfender Blick durch das Mikroskop, dann setzt die junge Peruanerin ein letztes Mal ihren Bleistift an. Konzentriert ergänzt sie die Umrisse auf ihrem Blatt durch kleine Körnchen und Tröpfchen. Das Ergebnis beeindruckt: das exakte Abbild einer Amöbe. Ein Beweis mehr, dass sich der Aufwand der letzten Monate gelohnt hat.

Eine Basis schaffen

Zusammen mit dem ehemaligen Dormagener Biologielehrer Norbert Grimbach hat Dr. Walter Leidinger ein Lernlabor in einem Kinderdorf in Urubamba, einer der ärmsten Regionen Perus, errichtet. "Viele der jungen Menschen dort haben keinen Zugang zu einer guten naturwissenschaftlichen Ausbildung. Mit den Mikroskopen wollten wir einen ersten Grundstein legen", erklärt Leidinger. Die Idee dazu entstand bei einem Netzwerk-Treffen von 'Dormagen Inside' – einer Plattform, die der CHEMPARK vor einigen Jahren mit ins Leben gerufen hat. Dort erfuhr Leidinger von dem ehemaligen Lehrer, dass die Realschule am Sportpark alte Mikroskope entsorgt. "Wir waren uns sofort einig: Kinder in weniger privilegierten Ländern wären für diese Geräte dankbar. Wir mussten die Mikroskope retten", so Leidinger.

Ein Herz für Peru

Wem sie die Mikroskope spenden würden, stand schnell fest. Denn mit dem Verein 'Herz für eine neue Welt' hatte Leidinger bereits andere soziale Projekte in Peru unterstützt. Mehr noch: Das Land ist Teil seiner persönlichen Lebensgeschichte. "In Peru bin ich geboren und aufgewachsen. Nun möchte ich dem Land etwas zurückgeben", erklärt er.

Nachdem die Stadt Dormagen ihnen die Mikroskope überlassen hatte, machte sich Grimbach daran, diese in seinem Keller wieder auf Vordermann zu bringen. Er tauschte brüchige Kabel aus, erneuerte die Beleuchtung und feilte die Gewinde nach. Leidinger sorgte währenddessen dafür, dass mit dem Transport und der Zollabfertigung alles klappte. "Jeden Tag klemmte ich mich ans Telefon. Immerhin sollten die Mikroskope unversehrt im Kinderdorf ankommen."

Ein Gemeinschaftsprojekt

Das Netz der Unterstützer wuchs rasch. Denn als ehemaliger CHEMPARK-Leiter ist Leidinger noch heute mit vielen Dormagenern eng verbunden. Aus der Idee zweier Männer entwickelte sich so ein lokales Gemeinschaftsprojekt. Um die Sanierung des Lernlabors zu finanzieren, hatte sich Leidinger zusätzlich bei der Bayer Cares Foundation beworben. Sie unterstützte das Projekt mit 3.500 Euro.

Nicht alle Mikroskope wurden in Urubamba gebraucht. Zwei Geräte übergaben Leidinger und Grimbach einer Indio-Schule in Huilloc. Als sie in dem kleinen Dorf ankamen, hatten sich die Schüler – gekleidet in der traditionellen Tracht – schon im Hof versammelt, um ihnen für das Geschenk zu danken. Ein ganz besonderer Moment für die beiden Helfer: "Wir waren zutiefst gerührt und auch ein wenig beschämt. Mikroskope, die in Deutschland als Schrott entsorgt werden sollten, dienen nun als Lehrmittel für arme, wissbegierige, junge Menschen."

Walter Leidinger und Norbert Grimbach (v. l.) haben ein Lernlabor in den Anden errichtet.
Walter Leidinger und Norbert Grimbach (v. l.) haben ein Lernlabor in den Anden errichtet.
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