Energiefüchse: clever sparen

CURRENTA-Mitarbeiter entwickeln Effizienzmaßnahmen

Altes hinterfragen, Neues wagen: Herbert Mohr (v.) und sein Team finden stets neue Wege, die Prozesse im Entsorgungszentrum effizienter zu gestalten.
Altes hinterfragen, Neues wagen: Herbert Mohr (v.) und sein Team finden stets neue Wege, die Prozesse im Entsorgungszentrum effizienter zu gestalten.

Beim Energiesparen geht der CHEMPARK mit gutem Beispiel voran: Mit innovativen Technologien und effizienten Verfahren konnte in den vergangenen Jahren viel erreicht werden. Auch Mitarbeiter bringen immer wieder kluge Ideen ein – unter ihnen Herbert Mohr. Der langjährige Betriebsmeister im Entsorgungszentrum Bürrig hat mit seinen Kollegen eine Idee entwickelt, wie man das Gemeinschaftsklärwerk noch effizienter betreiben kann.

Konzentriert sitzen Herbert Mohr und seine Kollegen an ihren Monitoren. Sie vergleichen Werte und stellen Berechnungen an. Das Ziel: ein optimales Verhältnis von Abwasser und Rücklaufschlamm. Denn sie haben festgestellt, dass nachts, wenn deutlich weniger Abwasser der Kläranlage zuläuft, vergleichsweise viel Rücklaufschlamm aus dem Nachklärbecken in die sogenannte Kaskadenbiologie zurückgepumpt wird. Dort unterstützt der Schlamm (Bakterien) den biologischen Abbauprozess.

Clever gespart

Ihre Annahme: Wenn man die Menge des Rücklaufschlamms an die Zulaufmenge zur Kaskadenbiologie anpasst, könnte man Energie für die Pumpen einsparen – bei gleichbleibender Abbauleistung. Die Maßnahme wurde ein Jahr lang getestet. Mittlerweile ist klar: Sie hat sich bewährt. Jedes Jahr können rund 170.000 Kilowattstunden Strom eingespart werden. So viel, dass damit ungefähr 50 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden könnten.

Mohr und seine Kollegen haben bereits einige solcher Effizienzvorschläge eingebracht. Für sie gehört das zum Arbeitsalltag: "Wir hinterfragen unsere Arbeit permanent und versuchen Prozesse zu optimieren. Immerhin können wir dadurch auch Kosten einsparen", erklärt Mohr.

Lebenswerte Zukunft

Für den heute 46-Jährigen stand bereits früh fest, dass er einen technischen Beruf ergreifen würde. Als Kind wollte er immer wissen, wie etwas funktioniert: "Da war dieses ferngesteuerte Auto meines Bruders. Ich musste unbedingt wissen, warum es fahren kann. Da habe ich es einfach auseinandergebaut. Hinterher war das Auto natürlich kaputt. Damals fehlte mir noch die technische Versiertheit", sagt Mohr augenzwinkernd.

Die kam mit den Jahren. Nach seiner Ausbildung zum Chemikanten bei Bayer machte er den Meister. Heute ist Mohr Betriebsmeister der Kläranlage von CURRENTA in Leverkusen. Und das bereits seit 18 Jahren. "Ich schätze die Arbeit, weil sie sinnvoll ist: Hier kann ich etwas für die Umwelt tun. Immerhin möchte ich, dass meine Kinder eine lebenswerte Zukunft vorfinden."

Zertifiziert

Eine wichtige Basis für die umweltgerechte Entsorgung im CHEMPARK ist der spezielle Verbundcharakter des Entsorgungszentrums. Kläranlage, Deponie und Sonderabfallverbrennungsanlage sind eng miteinander verbunden. Dadurch können Ressourcen optimal genutzt und Transportwege reduziert werden. Ein Teil des Klärschlamms beispielsweise wird in der Sonderabfallverbrennungsanlage verbrannt und dabei gleichzeitig im Sinne des Energierecyclings zur Dampf- und Stromerzeugung genutzt.

Diese Prozesse werden stetig verbessert. So können jedes Jahr mehr Wasser, Erdgas und Energie eingespart werden. Dazu tragen Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern bei – wie die von Herbert Mohr und seinen Kollegen. Aber auch größere bauliche Maßnahmen. 2012 wurde eine sogenannte Energiefeinanalyse durchgeführt, die Verbesserungspotenzial aufgespürt und daraus entsprechende Effizienzmaßnahmen abgeleitet hat. Diesen Erfindergeist der Mitarbeiter fördert CURRENTA übrigens auch finanziell.

Der Einsatz lohnt sich: Das Entsorgungszentrum ist zusammen mit weiteren CURRENTA-Betrieben für sein Energiemanagement zertifiziert – und das soll auch so bleiben. Daher hat man sich ein Ziel gesteckt: "Wir möchten jedes Jahr 1,5 Prozent weniger Energie verbrauchen. Mindestens", erklärt Mohr. "Dieses Ziel haben wir bislang immer erreicht. Allein das Leverkusener Gemeinschaftsklärwerk benötigt heute rund 30 Prozent weniger Strom als noch vor zehn Jahren."

Das Gemeinschaftsklärwerk Bürrig aus der Vogelperspektive.
Das Gemeinschaftsklärwerk Bürrig aus der Vogelperspektive.
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