Umwelt pur: Naturstation Stammheimer Schlosspark
Zwischen Äpfeln und Hühnern

In der Naturstation im Schlosspark in Köln-Stammheim lassen sich Pflanzen und Tiere hautnah erleben. Eine grüne Oase und beliebtes Ziel für Kindergärten, Schulen und Ausflügler.
Rötlich und rund: Auf den ersten Blick sieht der Apfel der Sorte "Wealthy" wie ein ganz gewöhnliches Stück Obst aus. Doch er gehört in Deutschland zu den Exoten. Wie der Name es bereits erahnen lässt, stammt der Apfel aus den USA. Dass direkt am Stammheimer Schlosspark gleich 35 Bäume stehen, ist den Mitarbeitern von Bayer zu verdanken. "Die haben 'Wealthy' hier in den 1950er-Jahren zu Forschungszwecken angepflanzt, heute kümmern wir uns darum", berichtet Günter Seiffert. Wir, das sind neben dem Kölner noch 15 weitere engagierte Bürger. Gemeinsam haben sie 2012 die Naturstation Stammheimer Schlosspark gegründet.
Umwelterlebnispark
Die Initiative – getragen von den Bürgervereinen Stammheim und Flittard – hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine rund 17.000 Quadratmeter große Grünfläche neben dem Park wieder nutzbar zu machen. "Früher war hier Bayer aktiv, später übernahm die Stadt Köln. Zuletzt war das Gelände stark zugewachsen", erinnert sich Seiffert. In monatelanger Arbeit und mit finanzieller Unterstützung, unter anderem aus dem CHEMPARK, wurde daraus die Naturstation: eine Art Umwelterlebnispark.

Hier wachsen neben Obstbäumen auch Gemüse und Kräuter in einem Hochbeet, Hühner picken gleich nebenan. Zehn Bienenvölker liefern Honig, der vor Ort hergestellt und verkauft wird. Ein Baumhaus bietet einen Blick über den gesamten Schlosspark. "Wir wollen Natur hautnah erlebbar machen", so Seiffert. Zu Gast sind vor allem Kindergärten und Schulen. Jeden Mittwoch von 14 Uhr bis zur Dämmerung ist die Station für alle Bürger geöffnet.
Das nächste Projekt wurde schon in Angriff genommen: Viele "Wealthy"-Bäume sind sturzgefährdet, deshalb werden sie jetzt nachgezüchtet. Damit diese Rarität auch in Zukunft eine Heimat in Stammheim hat.