Im CHEMPARK gibt es noch Umlaufaufzüge aus dem 20. Jahrhundert

Fahrt in die Vergangenheit

Die Kabinen des Paternosters sind an zwei Endlosketten befestigt. Sie werden oben und unten über ein so genanntes Polygonrad geführt.

Für die meisten von uns ist sie ein Erlebnis der besonderen Art, für die Mitarbeiter des CHEMPARK gehört sie zum Arbeitsalltag: die Fahrt im Paternoster. Dort gibt es gleich fünf Exemplare dieser besonderen, vom Aussterben bedrohten Spezies.

In Unternehmen, Instituten und Behörden verbringen Beschäftigte summa summarum Stunden wertvoller Arbeitszeit vor geschlossenen Aufzügen. Die Mitarbeiter in einigen Bürogebäuden im CHEMPARK  können sich dagegen ungebremst zwischen den Etagen ihrer Gebäude bewegen. 30 cm pro Sekunde benötigen die Kolosse. Einzige Bedingung: Nur unterwiesene Personen dürfen mit. Es herrscht sozusagen Führerscheinpflicht. Jedes Jahr aufs Neue werden alle, die den Paternoster benutzen, durch ihre Betriebe auf die möglichen Gefahren hingewiesen. Nicht zuletzt deshalb ist es bisher nicht zu Unfällen gekommen.

Pure Nostalgie?

Besucher müssen sich also damit begnügen zuzuschauen. Was sicherlich auch Vergnügen bereitet, denn der Aufzug in der ehemaligen Bayer Konzernzentrale im Gebäude Q 26 beispielsweise ist ein wahres Prachtstück. Der älteste Paternoster ist aus dem Jahr 1937 und der jüngste von 1956. Christian Schmitz von Tectrion erklärt, warum der CHEMPARK an dem Technikrelikt festhält: "Paternoster haben eine hohe Transportleistung: Sie haben die fünf- bis zehnfache Förderkapazität von modernen Aufzügen, es kommt auf die Anzahl der Etagen an.“ Einziger Nachteil sind die hohen Wartungskosten. Defekte Teile können nicht mehr auf dem freien Markt eingekauft werden. Deshalb werden sie im CHEMPARK passgenau hergestellt und eigenhändig eingebaut. Da in die bestehenden Schächte neue Aufzuganlagen nicht hineinpassen würden, und man neue Schächte bauen müsste, ist dies immer noch die beste Lösung.

Paternoster in Bewegung können Sie neben anderen Aufzug-Exoten im CHEMPARK in dem folgenden Video sehen.

Haben Sie’s gewusst?
Die Bezeichnung 'Paternoster' steht mit dem Rosenkranz im Zusammenhang, einer Zählkette für Gebete. Beim Rosenkranz folgt auf zehn kleinere Perlen für je ein Ave Maria eine davon abgesetzte größere für das Vaterunser, lateinisch: Paternoster. Der Rosenkranz wurde früher regional auch als Paternosterschnur bezeichnet, deren Hersteller als Paternostermacher. Auf gleiche Weise sind bei einem Umlaufaufzug die Personenkabinen wie auf einer Schnur aufgefädelt. Die Bezeichnung wurde zuerst von Grubenarbeitern für die Lastenaufzüge verwendet, da diese der Anordnung der Perlen des Rosenkranzes ähnelten. Quelle: www.wikipedia.de

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