Chemielaborant Stephan Lech ist auch privat sehr engagiert

Vögel und Fussball

Stephan Lech (l.) mit der Damenmannschaft des SV Bedburdyck Gierath, die er ehrenamtlich trainiert – neben dem Beruf und seinem Hobby als Brieftaubenzüchter.


Drei Schichten, zwei Hobbys – über Langeweile kann Stephan Lech nicht klagen. Der 60-Jährige arbeitet als Chemielaborant beim CHEMPARK-Manager und -Betreiber CURRENTA in Dormagen. Den Ausgleich zu seiner Arbeit findet er bei treuen Vögeln und treffsicheren Damen. Letztere haben ihm vielleicht sogar das Leben gerettet.

Lech ist in seiner Freizeit Brieftaubenzüchter und Fußball-Trainer der Damenmannschaft des SV Bedburdyck Gierath in der Gemeinde Jüchen. Zu beiden Hobbys kam er zufällig. Fußball begleitet Stephan Lech schon lange. "1967 habe ich selbst in der Jugend gespielt", sagt der Chemielaborant, der bei CURRENTA in der Früh-, der Spät- und der Nachtschicht für die laufende Kontrolle verschiedener Proben sowie die Endanalyse zuständig ist. 1987 fing er als Trainer einer Jungen-Mannschaft an. "Einer meiner drei Söhne wollte Fußball spielen, aber eine F-Jugend gab es nicht. Also habe ich gesagt, dass ich als Trainer einspringen würde." Das tat er auch. 1992 folgte nach einer dreiwöchigen Weiterbildung sogar die Trainer-C-Lizenz.

Bis 2001 war Lech aktiv. "Dann habe ich einen Herzinfarkt bekommen und mir wurde ein Bypass gelegt", erinnert sich der CURRENTA-Mitarbeiter. Schonung war angesagt. Bis 2008. "Damals hat mich eine Bekannte angesprochen, ob ich nicht eine Damenmannschaft trainieren möchte." Lech sagte zu. Zum Glück. Er läuft mit den Spielerinnen zwar keine Runden um den Platz, ist aber immer in Bewegung, läuft am Spielfeldrand auf und ab oder kickt beim Torwart-Training. 2013 wurden ihm vier weitere Bypässe gelegt – Lech trainiert weiter. "Mein Arzt sagte mir, dass ich schon tot wäre, würde ich nicht trainieren." Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga in der vergangenen Saison, stehen aktuell bereits vier Siege in vier Spielen zu Buche: "Wir wollen wieder aufsteigen."

Aufsteigen, das machen Lechs Brieftauben ganz von alleine, wenn er sie freilässt. 1968 hat er mit diesem Hobby angefangen. "Ich habe meine ersten Tauben von meinem Opa bekommen. Eigentlich sollte ich sie entsorgen", sagt Lech, "aber dann habe ich sie behalten." Lech fand Gefallen am Hobby und nahm an Wettbewerben teil. 1971 feierte der junge Züchter ersten Erfolg: 3. Platz bei der Deutschen Jugendmeisterschaft. "Das war natürlich ein tolles Erlebnis, also bin ich bei der Taubenzucht geblieben."

Die Hobbys sind zeitintensiv. Zweimal in der Woche ist für 1,5 Stunden Fußball-Training, am Wochenende finden die Spiele statt. Die Tauben brauchen noch mehr Zeit. Morgens und abends jeweils eine Stunde. Streu muss ausgewechselt, Wasser aufgefüllt werden. Klar, dass die Hobbys manchmal mit der Arbeitszeit kollidieren. "Ich kann zum Beispiel nicht bei allen Spielen dabei sein und auch nicht bei jedem Training", sagt Lech. Deswegen hat er zwei Trainer für seine Damenmannschaft mit ins Boot geholt. Bei seinen Tauben helfen ihm ab und an seine Söhne. Mit zwei Hobbys ist es nicht immer einfach, aber aufgeben möchte Stephan Lech sie nicht. Vor allem nicht mit Blick auf den nahenden Ruhestand: "Ich werde nächstes Jahr pensioniert. Und es ist schön, zu wissen, dass ich dann in kein tiefes Loch reinfallen werde."

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